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24.02.2006 19:45
heute duftete es zum ersten mal nach frühling. zwar schwanken die temperaturen noch um den gefrierpunkt und grüne farbtupfer lassen auch noch auf sich warten, aber es duftete nach frühling. zwar ist es schon ende februar und die tage dauern bereits länger, aber heute duftete es zum ersten mal nach frühling. bemerkenswert.
ich frage mich, was diesen duft ausmacht. blüten können es nicht sein, davon gibt es noch nicht allzuviele, ich sah nicht einmal schneeglöckchen oder krokusse, oder habe ich nur nicht genau hingeschaut? tagsüber gibt es nur einen garten hinter der firma, der allerdings ziemlich plattgemäht ist. ansonsten gibt es in der stadt auch nicht viel zu sehen. ich bin verwundert.

unsere kopfgeburt wächst und gedeiht, bald gibt es über 500 leute, die darauf brennen ein spiel zu spielen, das zum aktuellen zeitpunkt nicht einmal richtig funktioniert. das erfüllt mit stolz. auch der umstand, telefonate aus berlin von wildfremden leuten zu erhalten, die geschäftsbeziehungen mit uns aufbauen wollen. auch das erfüllt mit stolz. und spornt natürlich dazu an freitag nachts alles zu geben.

sonst gibt es nicht viel spektakuläres, das leben ist schön. doch, meistens ist es das wirklich. morgen geht es in die kleine enklave, ohne internet, ohne fernsehen, nur ein radio, jeden menge kreuzworträtsel und natürlich zwei liebende. das ist schön.
ich freu mich.

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15.01.2006 03:35
gestern trug ich den letzten verbleibenden großvater zu grabe. wie der vorige ging er alles in allem recht überraschend. wie zuvor muß ich sagen, daß das der beste weg war. hauruck, weg und gut. mit ein bischen tamtam. eben seine art.

die messe war toll. zur lesung kohelet, eines meiner lieblingsbücher des alten testaments und die predigt dazu passend, persönlich und ansprechend.

ein beeindruckender anblick, die große zahl anteilnehmender. große zahl für einen großen mann. dabei war er bestimmt einen halben kopf kleiner als ich und ich bin schon nicht wirklich groß.
das photo vor mir wirkt seltsam. irgendwie ist das alles so fern und irreal.
liegt vielleicht daran, daß ich ihn ohnehin zu selten gesehen habe. sowas kommt dann immer erst, wenn es zu spät ist. warum sollte ich da eine ausnahme bilden?

wenn ich aus dem fenster sehe ist alles so wie vorher, aber nicht wirklich.

jetzt bin ich der vorletzte vertreter der ahnenreihe. seltsames gefühl. und das mit fast 24 jahren.
wenigstens ist der andere großvater in meinem portemonaie jetzt nicht mehr so allein.

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07.10.2005 19:11
der herbst ist da. denke ich.
die luft ist frisch, über nacht beschlagen autoscheiben.
im wald ist alles voller verträumter spinnenweben, die blätter werden gelb, wir fanden mindestens vier pfund maronen und haben nicht mal gründlich gesucht.
klar, es ist die übergangszeit. auf dem balkon frühstückt man nicht, im herbst. und heiße maronen sind bei strahlendem sonnenschein auch nicht unbedingt stilecht. und wenn man es nur ohne jacke auf dem fahrrad erträgt ist das auch nicht gerade ein untrügliches zeichen für die jahreszeit.
dennoch. das licht wird weniger, schon um diese zeit. regen häuft sich. und frühnebel. und man beginnt darüber nachzudenken, ob man vielleicht schonmal die heizung in betrieb nehmen sollte.
das macht hoffnung auf meine lieblings-jahreszeit. endlich!
der herbst ist da. denke ich.

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18.09.2005 00:46
es ist nacht. draußen sind es sechs grad. es duftet nach winter. auch wenn es erst herbst ist. ein nachbar heizt seinen kamin. verbranntes holz mit kalter luft. mir ist wohlig.
vor mir eine tasse frischen kaffee. hinter mir eine menge arbeit.

ich habe das halbdunkel umprogrammiert. nein, die gestaltung ist eher nebensächlich, es ist wieder nur das grundgerüst und die feinheiten. aber ich bin stolz. wieder viel verbessert, wieder viel dazugelernt.

wenn ich aufwache gehe ich wählen. aber davon lasse ich mir meine stimmung jetzt nicht vermiesen.

mir geht es jetzt gut. und das genieße ich. noch mehr die tatsache, daß ich dieses gefühl kenne. es ist mir zum alltag geworden, aber ich weiß, daß es nicht alltäglich und schon garnicht selbstverständlich ist.

aus den lautsprechern klingt lounge-musik, im pc ein neuer dvd-brenner. die wohnung ist schön, und wenn ich gleich ins bett gehe ist es schon warm.
mir geht es verdammt gut. ich weiß das zu schätzen, aber ich schäme mich dessen nicht.

manchmal muß man den moment genießen und nicht an morgen denken.

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02.08.2005 10:22
ein neuer tag, ein neuer feind.

jeden tag den man älter wird, kommt man mit institutionen mehr und mehr in kontakt.
heute war es die stadtverwaltung.
so habe auch ich die möglichkeit mitzureden, wenn menschen darüber schimpfen. den apparat ein borniertes, menschenfeindliches pack nennen.
ich bin davon überzeugt, daß gesetz auf meiner seite zu haben. aber die verwaltung dieses überheblichen kleinen dreckigen armen dorfes, sagt "is nich", also ist das so. zuhören ist ein fremdwort, meine recherchierten unterlagen wollen nicht eingesehen werden, da sie ja darauf hindeuten könnten, daß ich sehr wohl recht habe.

pack. basta.

naja. wer mir keinen gefallen tut, der muß von mir künftig auch nichts erwarten.

kein wunder, wenn bürger verdrossen sind. wirklich kein wunder.

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