durch das blattwerk fielen strahlen von silbrigem mondlicht. ein leichter
windhauch rauschte durch die blätter. er spürte das weiche moos unter
seinen schuhen und genoß die kühle nachtluft. es war ein moment der
ruhe, ein moment, in dem er mit seinen gedanken alleine sein konnte, ohne vom
hektischen treiben der stadt mitgerissen zu werden. keine abgase, keine
leuchtreklamen, keine hektischen menschen, nur hier und da zwischen den alten
stämmen ein paar augen eines waldbewohners, in dem sich das mondlicht
reflektierte. er war einsam, aber diese einsamkeit war angenehm, nicht
aufdringlich und nicht vertuscht, wie die anonymität unter den menschen.
endlich konnte er die stickige atmosphäre vergessen und klare gedanken
fassen.
langsam lichtete sich der wald und durch die stämme konnte er bereits
einige kleine lichtpunkte erkennen, mehr konnte man von den städten am
horizont nicht erkennen. einen augenblick später schritt er aus dem wald
auf eine kleine anhöhe, auf der eine alte knorrige eiche stand. zu deren
wurzeln setzte er sich hin und vergrub das gesicht in seinen händen. unter
ihm lag das lichtermeer der stadt. es machte einen so trügerisch
friedlichen eindruck.
das in ihm aufkommende gefühl war eigentlich genauso trügerisch. es
war ein gefühl von überlegenheit, da man von hier oben betrachtet,
über den dingen zu stehen schien. dennoch wußte er genau, daß
er bald wieder in die anonymität zurückkehren mußte.
doch jetzt war er alleine, und er konnte nur sich kennen, sich und seine
gedanken, die sich alleine um sich und das mädchen drehten. das
mädchen, das ihn nicht kannte, weil auch er für sie nur einer aus der
menge war. nichts war dort von bedeutung, weil es keinen kümmerte. niemand
nahm sich die zeit auf etwas näher einzugehen, oder im moment zu
verharren. alle lebten nur geradeaus. und auch wenn alle anzeichen auch
für das mädchen auf ein solches leben hindeuteten, so hoffte er wider
den verstand, daß sie etwas besonderes sein möge.
