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boris bertram
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einsam
durch das blattwerk fielen strahlen von silbrigem mondlicht. ein leichter windhauch rauschte durch die blätter. er spürte das weiche moos unter seinen schuhen und genoß die kühle nachtluft. es war ein moment der ruhe, ein moment, in dem er mit seinen gedanken alleine sein konnte, ohne vom hektischen treiben der stadt mitgerissen zu werden. keine abgase, keine leuchtreklamen, keine hektischen menschen, nur hier und da zwischen den alten stämmen ein paar augen eines waldbewohners, in dem sich das mondlicht reflektierte. er war einsam, aber diese einsamkeit war angenehm, nicht aufdringlich und nicht vertuscht, wie die anonymität unter den menschen. endlich konnte er die stickige atmosphäre vergessen und klare gedanken fassen.
langsam lichtete sich der wald und durch die stämme konnte er bereits einige kleine lichtpunkte erkennen, mehr konnte man von den städten am horizont nicht erkennen. einen augenblick später schritt er aus dem wald auf eine kleine anhöhe, auf der eine alte knorrige eiche stand. zu deren wurzeln setzte er sich hin und vergrub das gesicht in seinen händen. unter ihm lag das lichtermeer der stadt. es machte einen so trügerisch friedlichen eindruck.
das in ihm aufkommende gefühl war eigentlich genauso trügerisch. es war ein gefühl von überlegenheit, da man von hier oben betrachtet, über den dingen zu stehen schien. dennoch wußte er genau, daß er bald wieder in die anonymität zurückkehren mußte.
doch jetzt war er alleine, und er konnte nur sich kennen, sich und seine gedanken, die sich alleine um sich und das mädchen drehten. das mädchen, das ihn nicht kannte, weil auch er für sie nur einer aus der menge war. nichts war dort von bedeutung, weil es keinen kümmerte. niemand nahm sich die zeit auf etwas näher einzugehen, oder im moment zu verharren. alle lebten nur geradeaus. und auch wenn alle anzeichen auch für das mädchen auf ein solches leben hindeuteten, so hoffte er wider den verstand, daß sie etwas besonderes sein möge.

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