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boris bertram
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die fertigung
das gipsmodell goß ich mit zahntechniker-gips aus. dieser ist besoders hart und sollte verhindern, daß mir der fuß im laufe der versorgung abbräche. was aber natürlich bereits beim entformen des gipsmodells passierte. wie im richtigen leben war auch an dieser stelle sekundenkleber der freund des orthopädietechnikers. durch die feuchtigkeit im gips härtet er in solchen fällen besonders zuverlässig aus.
als erster arbeitsschritt im laufe der fertigung war ein weichwandinnentrichter anzufertigen. dieser diente im bereich des oberschenkels als distanzschicht für die spätere hülse, am fuß war er bereits die definitiv-versorgung. der softsocket sorgt neben der obligatorischen zweckmodellierung für eine zuverlässige druckverteilung und absorbiert kurzzeitige druck und stoßbelastungen. zur anfertigung eines softsockets wird ein plattenmaterial an zwei seiten angefast, also angeschrägt und entlang dieser fasen miteinander zu einem trichter verklebt. anschließend wird er erwärmt und über das modell gezogen. starke konturen kann man gegebenenfalls später durch aufkleben weiteren materials ausgleichen.

nach der anfertigung des softsockets konstruierte ich den späteren randverlauf und markierte den vermuteten drehpunkt des "sprunggelenks". es diente mir als denkhilfe für die weiteren schritte.
 

aus dem gießen bei der armprothese» hatte ich zwei dinge gelernt: pvc-folien sind dafür nur mäßig geeignet, aber das wickelverfahren bietet sich an. eine pvc-folie hätte ich ohnehin nicht verwenden können, da ich sie nicht über das modell gezogen bekommen hätte. also blieb mir nichts anderes übrig, als wieder mal pva-folienschläuche in sondergröße zu bügeln. auch diesmal klappte es wider erwarten gut - das letzte mal war es für die oberschenkelprothese» notwendig gewesen. anschließend fertigte ich die schienen an. schienen und ein oberschenkelteil sind bei dieser versorgung notwendig um das sprunggelenk zu stabilisieren, da es alleine nicht in der lage ist den langen hebel des längenausgleichs bis zum boden zuverlässig zu steuern. zudem sind in den schienen anschläge eingearbeitet, welche die bewegung in größenordnung der natürlichen limitierung auch mechanisch einschränken um streß auf das gelenk zu vermeiden. bei meinen schienen schaffte ich es leider aufgrund der besonderen größenverhältnisse nicht einen anschlag einzubauen.

die aufgezogene und vakuumierte folie und der "gießling".



die groteske form des "gießlings" machte es mir schwer, die eigentliche form darunter zu erkennen, in welche ich das ganze zurechtschleifen müsse. daher blieb mir nichts anderes übrig als das ganze zu entformen um die schienen anzurichten. üblicherweise ist die form des ganzen nicht so verfälscht und man kann die schienen auf dem modell anrichten, der patient muß dafür selbstverständlich nicht zugegen sein. in meinen falle freute ich mich jedoch über die geduld meiner patientin. dann vernietete ich die schienen mit der oberschenkelhülse. zuguterletzt kümmerte ich mich noch um das fußpassteil...

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