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die federfertigung
das erste mal, daß ich eine versorgung begann, ohne zu wissen, wie ich die passteile konkret bauen sollte. ich mußte so vorgehen, da ich mir im vorfeld nicht so ganz klar über die dimensionierung war und erst konstruieren konnte, wenn ich den schaft bereits am stumpf hatte und die höhe ausmessen konnte. es gab aber noch ein ganz anderes problem: wie baue ich eine carbonfeder? die suche nach reststücken schwarzen pvcs, welches leicht in eine passende form gebogen hätte werden können, blieb erfolglos. also blieb nichts, als es so zu bauen, wie es die hersteller vermutlich auch durchführen.
ich konstruierte mir eine form und fräste für sie zwei schalen aus gips. dann schnitt ich carbonmatte in streifen, tränkte sie mit laminierharz (siegelharz) und presste alles zusammen. die beurteilung des ergebnisses fiel unterschiedlich aus. einerseits sah es optisch ganz gut aus, der faserverlauf kam schön zum vorschein, die oberfläche war schön glatt. andererseits war diese feder mit acht lagen carbongewebe steinhart und zeigte sich von krafteinflüssen gänzlich unberührt.
ein arbeitskollege war außerdem mit der form nicht einverstanden. und er hatte recht. ich hatte die form aus dem gedächtnis aufgezeichnet, ohne mir zuvor in herstellerkatalogen ein bild zu machen. als er mir dann noch ein thermoplastisches faserplattenmaterial zeigte, war die entscheidung gefallen.

ich sollte eine zweite feder bauen. diesmal mit einer exakteren form und zudem als doppelfeder, die am ende auch eine federwirkung haben sollte. ich passte die eine schale aus dem ersten vorgang etwas an und formte zwei streifen des materials zusammen mit einer distanzschicht unter wärmezufuhr an. dann klebte ich am unteren und am oberen ende distanzstücke aus gummi zwischen die federn und ein gummi als rutschsicherung an die fußspitze. anschließend beschliff ich das ganze, damit alles zusammen die gleiche form hatte. das ergebnis war eine feder, die ihrem namen tatsächlich gerecht wurde, eine realistische form hatte und durch ihr filigranes erscheinungsbild auch besser zur gesamtproportion der prothese passte.

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