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boris bertram
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hintergrund
x-men. man mag comicverfilmungen gut finden oder nicht. kaum bestreitbar ist, daß die effekte für ihre zeit bezaubernd waren. ein lockmittel für mich, wie schon so oft. ich hatte keinerlei vorkenntnisse über die geschichte und mußte daher alle meine eindrücke aus dem film selbst gewinnen. für mich war es zweifellos eine gelungene abendunterhaltung, wenn auch nicht viel mehr. gelungene superhelden in einer zeit, die offenbar dieselben suchte (weitere verfilmungen folgten bekanntlich).
die protagonisten, charaktere mit denen sich gern ein kind identifizieren konnte. vielleicht aber auch das kind im manne. mir persönlich stach die figur des wolverine charakterlich ins auge. meine persönliche identifizierung. einher ging eine gewisse faszination für seine "ausrüstung". wolverine, im film ein mutant mit außergewöhnlichen selbstheilerischen kräften, bekam einst von einem professor metallelemente eingepflanzt, die ihn panzerten aber auch waffen darstellten. sein markenzeichen sind die jeweils drei klingen, die er aus seinen armen hervorschnellen lassen kann - im film zweifellos eindrucksvoll inszeniert.
aus irgendeinem grunde blieb mir das hängen. aus langeweile suchte ich nach dieser ausrüstung, fotos, bilder. dabei fiel mir auf, daß es fanartikel gab, welche diese klingen darstellen sollten. es waren karnevals- und halloweenkostüme, welche aber in meinen augen eher mäßg aussahen. von der funktion selbstverständlich ganz zu schweigen. doch das ließ mich unbefriedigt und schon bald dachte ich darüber nach, wie es wohl zu bewerkstelligen sei, ein analoges spielzeug zu konstruieren, welches ganz ohne implantierung eine doch ähnliche funktion vorweisen könne.
viele überlegungen und skizzen, viele konstruktionen und versuche habe ich benötigt. ich dachte zunächst an eine art springmessermechanismus, der ein vor und zurückschnappen ermöglichen sollte. ich erwarb mir extra für das studium desselben ein solches springmesser. doch mein nachbau versagte immer wieder.
fünf jahre sind vergangen. die einzelteile lagen oftmals wochen oder gar monate in einer schublade und harrten einem enthusiastischen versuch das unternehmen mit dem spöttischen arbeitstitel "schwingding" (wegen vor- und zurückschwingen) weiter und zu einem erfolg zu führen. alles half nichts.
eines abends gab es im gespräch mit freunden eine zündende idee. es dauerte weitere zwei monate und meine konstruktion ist (mit wenigen abstrichen) vollendet.

natürlich ist es keine waffe, mit der ich tagtäglich umherspaziere, selbst wenn es eine vollwertige waffe darstellen kann. ich möchte es vielmehr als schmuckwaffe betrachten, die ich mir an die wand hänge werde, wie andere menschen schwerter. küchenmesser alleine tun auch niemandem etwas.

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